Nächste Termine
  • Keine Termine.
Terminkalender
September 2010
M D M D F S S
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
27282930EC

So fing es an …

Der 1. August 1909

zählt als Gründungstag der Werdener Spielleute. Am Stammtisch der Gaststätte “Zum Amtsgericht” in der Bismarckstraße (heute Wesselswerth) beschlossen die Gründungsväter Gerhard Bohnekamp, Alfons Brinkmann, Gustav Büscher, Theodor Fischer, Paul Gottgetreu, Johann Löffel, Johann Louis, Wilhelm Mais, Wilhelm van Nahl, Eduard Schmitz, Ludger Schulten, Clemens Stiefken und Richard Stiefken, die erste Satzung des Vereins….
Wie war das noch damals ..

Werden anno 1909: eine selbständige Stadt, gerade mal 1.110 Jahre jung, mit Rathaus, Bürgermeister, Stadtrat, einem eigenen Markt unterhalb der weithin bekannten Abteikirche.Die Technische Neuzeit hat gerade begonnen. Mit der Linie “53″ geht es in Windeseile vom Werdener Markt ins benachbarte Velbert. Werden erhält einen eigenen Bahnhof, durchaus nicht unumstritten, fürchten die Geschäftsleute doch die Konkurrenz der Nachbargemeinde Essen. Werden ist bekannt für seine Feintuchwerke und Bergbaubetriebe. Die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt Werden wird unterstrichen durch die Deutsche Reichsbank, die in der Bismarckstraße eine Filiale eingerichtet hat. Kutschen und Fuhrwerke, daneben Radfahrer, Lastenträger mit Handkarren beherrschen das Straßenbild zwischen Königsbrücke und Markt. Werden ist ein von nah und fern gern besuchtes Ausflugsziel. Die Ruhr mit ihren angrenzenden Wäldern und Höhen, an den Baldeneysee wird noch lange nicht gedacht,, Tanzlokale und nicht zuletzt die Werdener Abtei laden die Besucher ein. Das Vereinsleben, nicht nur in Werden, sondern im ganzen Kaiser-Reich , wird geprägt durch Schützenvereine, Kriegervereine, Denkmalsvereine, Heimatvereine. Verständlich also, dass in Werden auch ein Spielmannszug nicht fehlen darf. Dies erkennen im Geist der Zeit die Gründungsmitglieder des “Spielmannszuges Werden/Ruhr”, wie sich der Verein ursprünglich nannte. Sind sie auch anfänglich nur eine kleine Schar; die gepflegte Spielmannsmusik fällt sogleich auf fruchtbaren Boden, ein rascher Zuwachs an aktiven Spielleuten bleibt nicht aus.

Zwischen den Kriegen ..

Der I. Weltkrieg zerstörte in den Reihen des Vereins viele Hoffnungen und Wünsche, da fast alle Spielleute zu den Fahnen gerufen wurden. Der Tambour Anton Löffel fiel “für das Vaterland”, und auch der damalige 1. Korpsführer Ludger Schulten verstarb an den Folgen des Krieges. Doch fanden sich anschließend die meisten Kameraden wieder zusammen. Auf den bisherigen Erfolg aufbauend, formierten sie sich bald von neuem zu einem spielstarken Korps.In den zwanziger Jahren hatten die Spielleute, was durch die lückenlos vorhandenen Protokollbücher belegt wird, unter der großen Wirtschaftskrise ebenso zu kämpfen, wie die übrige Bevölkerung, schwer verständlich, weshalb dieses Jahrzehnt heute “Goldene Zwanziger” genannt wird,. Wohl gerade deshalb aber waren die Aufgaben des Vereins um so vielfacher, die Abwechslungen durch die Spielmannsmusik um so begehrter. Und so blieben Anforderungen zu Schützen- und Turnfesten, zu Martins- und Karnevalszügen, nicht aus. Ob bei Heimatfesten, Ausflügen von Gesellen- und Gesangsvereinen oder bei Hochzeiten, Geburtstagen und Taufen: die musikalische Untermalung durch die Werdener Spielleute war immer gefragt.

Nach dem Tod von Theodor Fischer übernahm, im Jahre 1922, Theodor van Nahl das Amt des 1. Korpsführers, das er drei Jahrzehnte lang in der Hand behalten sollte. Als gedienter Gardesoldat erfreute sich “Döres”, wie er von der Bevölkerung und den Kameraden liebevoll genannt wurde, durch sein schneidiges Auftreten größter Beliebtheit. Alte Zeitungsausschnitte und die alten Protokollbücher zeugen noch heute von den Erfolgen der 34 aktiven Spielleute, die seiner Regie unterstanden.

Zur gleichen Zeit machte die Jugendabteilung der Werdener Spielleute ebenfalls von sich reden: Die (inzwischen leider verstorbenen) späteren Ehrenmitglieder und Brüder Franz und Hans Louis zogen gemeinsam mit 26 weiteren jungen Männern und Knaben von Wettstreit zu Wettstreit und errangen zahlreiche Ehrenpreise und Pokale. Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit waren für die Spielleute Anreiz, damals wie heute von ihren Ehefrauen und Bräuten tatkräftig unterstützt ,, ihren Mitbürgern ein wenig über die Sorgen des Alltags hinwegzuhelfen. Die Vereins-Chronik berichtet von zahlreichen Sommerfesten für Kinder und Erwachsene, Tanzveranstaltungen, Bühnendarbietungen, Fastnachtsfeiern, Ausflügen und vielen weiteren Geselligkeiten. Kurz vor der Eingemeindung Werdens im Jahre 1929 wurde der Beschluss gefasst, das 20jährige Gründungsjubiläum in festlichem Rahmen zu feiern und der “Stadt Werden” eines der letzten großen Ereignisse zu bescheren. Anlässlich dieses Festaktes wurde, in Anwesenheit der Werdener Honoratioren, insbesondere von Herrn Josef Breuer, Werdens geliebtem Bürgermeister (so der damalige Schriftführer in seinem Bericht), die neue Standarte der Werdener Spielleute geweiht. Im gleichen Jahr ließen sich die Spielleute von Herrn Bürgermeister Breuer, als einer seiner letzten Amtshandlungen, die Vereinsstatuten genehmigen und in das Vereinsregister des Amtsgerichtes Werden eintragen.

Aus der Zeit von 1933 bis 1945 gibt es nicht viel zu berichten. Mit Beginn des “Dritten Reiches” verringerte sich die Zahl der aktiven Spielleute mehr und mehr. Getreu der Satzung wollte der Verein unabhängig bleiben, was zur damaligen Zeit auch und gerade für Spielmänner nicht einfach war, rekrutierten doch die SA-Spielmannszüge ihre Mitglieder vorwiegend aus den Reihen aktiver Spielmannszüge. Hierdurch waren ebenso Austritte zu erklären wie durch die Befürchtungen anderer Kameraden, überhaupt in Vereinen aktiv zu bleiben. Zwangsweise hatte sich der Verein später in den “Kyffhäuser-Bund” einzugliedern, weil alle nichtorganisierten Vereine vom damaligen Regime rundweg verboten wurden. So kam das zuvor so intakte Vereinsleben nach und nach zu Erliegen. Völlig unterbrochen wurde es schließlich mit Ausbruch des II. Weltkrieges.

weiter >>

Kommentieren

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können.