Werden und die Spielleute heute
Und im Jahr 2002 war es dann so weit:
Wie von ihm schon Jahre zuvor angekündigt, übergab anlässlich der Jahreshauptversammlung im Januar Heinz Kleineickenscheidt den Tambourstab vertrauensvoll in jüngere Hände. Die Spielleute wählten auf Vorschlag von “Heinrich” Peter Schürmann zu ihrem neuen 1. Korpsführer, nachdem Hartmut Hölter – langjähriger “2. Mann” hinter Heinz Kleineickenscheidt – ebenfalls den Generationenwechsel wollte.
Als langjähriger Spielmann ist er mit dem Schicksal des Vereins bestens vertraut und verbunden. Er weiß, welch schwierige Aufgabe er übernommen hat, aber auch, dass ihn seine Spielleute nicht hängen lassen und er sich weiterhin stets vertrauensvoll an seinen “Vorgänger” wenden kann.
Alle wünschen ihm von ganzem Herzen den ihm gebührenden Erfolg.
Heinz Kleineickenscheidt bleibt seinem Verein natürlich auch weiterhin treu. Als neuer “Ehrenkorpsführer” wird er sicherlich noch das ein oder andere Mal “den Knüppel in die Hand” nehmen.
Mit Begeisterung wird die Spielmannsmusik auch – oder gerade – heute noch von der Bevölkerung aufgenommen, obgleich das Freizeitangebot so viele anderweitige Kurzweil bietet. Unterstrichen wird dies durch zahlreiche Ehrungen, die der Verein immer wieder erfährt. Auch heute – wie schon zu Zeiten der Gründung – unternehmen die Spielleute zahlreiche Ausmärsche und Ständchen zu Geburtstagen, Hochzeiten und sonstigen Ehrentagen, zu Schützenfesten, Martinszügen und Karnevalsveranstaltungen.
Wir hoffen und wünschen, dass die Werdener Bevölkerung und die Freunde der Spielleute trotz Techno-Sound und Disco-Fox auch an der Spielmanns-Musik weiterhin ihre Freude haben.
Vieles hat sich in der Heimat seit der Gründung des Vereins vor 100 Jahren – anno 1909 – verändert. Längst hat die Straßenbahn ihren Betrieb nach Velbert wieder eingestellt. An die Werdener Feintuchwerke erinnert heute der neu gestaltete Festplatz hinter der Abteikirche, um dessen genauen Namen sich die “Gelehrten” derzeit allerdings noch streiten. Auch die Bergbaubetriebe sind heute allenfalls noch durch Straßennamen bekannt. Wie viel Schönes ist den Werdenern jedoch aus der alten Zeit geblieben, betrachtet man die Werdener Altstadt, den inzwischen zur Basilika erhobenen Dom, die Abtei. Und seit der Feier des 1.200jährigen Bestehens “anno domini 1999″ hat sich unser Heimatort besonders herausgeputzt: alle gärtnerischen Anlagen sind gepflegt, das Rathaus wurde frisch gestrichen, das Toilettenhäuschen am Markt ist wieder in Betrieb, ein kleines Stückchen der Stadtmauer wurde von kundiger Hand freigelegt.
An der Ruhr hat sich – sehr zur Freude der Werdener – wieder ein Bootsverleih niedergelassen; die farbenfrohen Tretboote laden zur Wasser-Partie rund um den Brehm ein.
O.K., momentan leidet unser Städtchen unter der Großbaustelle der Stadtwerke. Aber wir denken schließlich an die Zukunft und freuen uns über die neue Kanalisation. Schade, dass die Arbeiten in unser Jubiläumsjahr gefallen sind, aber schon bald denkt niemand mehr an den Lärm, den Schmutz und die Behinderungen und wir erfreuen uns gemeinsam an unserem schönen Heimatort.
Der Chronist: Heinz Klein